Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

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mortifer
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Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

Beitragvon mortifer » Do Sep 19, 2013 5:43 pm

In der Deutschlandzentrale von Stage Entertainment gibt es einen Führungswechsel. Wie das Unternehmen heute mitteilte, tritt Johannes Mock-O’Hara als Geschäftsführer von Stage Entertainment Deutschland mit sofortiger Wirkung zurück und scheidet zum 31. Dezember 2013 aus. Seine Nachfolgerin ist ab sofort Uschi Neuss, die seit der Gründung von Stage Deutschland im Jahr 2000 für das Unternehmen tätig ist und dort bislang den Betrieb der elf deutschen Stage-Theater verantwortete.

„Johannes Mock-O’Hara hat die deutsche Gruppe in den vergangenen Jahren nachhaltig und gewinnbringend geleitet, auch unter ökonomisch schwierigen Rahmenbedingungen“, so Peter O’Keeffe, Vorsitzender des Stage-Vorstands in Amsterdam. Als Grund für den plötzlichen Führungswechsel nennt dieser unterschiedliche Sichtweisen von Mock-O’Hara und dem Stage-Vorstand über die strategische Ausrichtung des Unternehmens genannt.

Mit der Ernennung von Uschi Neuss zur Deutschland-Geschäftsführerin von Stage Entertainment steigt gleichzeitig die Anzahl weiblicher Ländergeschäftsführer bei Stage auf vier. Das Senior Management bei Stage weist damit eine ausgeglichene Geschlechterverteilung aus. (dol)


die genauen gründe würden mich doch sehr interessieren......
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Terpsichore
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Re: Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

Beitragvon Terpsichore » Do Sep 19, 2013 5:48 pm

Unterschiedliche sichtweisen hmmmmmm
Ich wuerde jetzt mal hoffen, dass das ganze besucherfreundlicher wird, aaaaber......ich wage es nicht zu hoffen...

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mortifer
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Re: Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

Beitragvon mortifer » Do Sep 19, 2013 6:13 pm

da wir in deutschland leben, hab ich da auch so meine zweifel.....
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Re: Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

Beitragvon Dumbledore » Fr Sep 20, 2013 8:51 am

Warum sollte es das? Die Hauptsache ist, dass das Geld in die Kassen rollt und das in so großen Mengen wie möglich und die Abflusskanäle wie beispielsweise bessere Kundenorientierung durch mehr Service oder oder oder müssen so klein wie möglich gehalten werden - NUR darum geht es einem Unternehmen wie Stage.

Obwohl ich zu deren Ehrenrettung sagen muss, dass ich von deren Kundendienst während und nach der Befragung meines letzten Besuchs wirklich positiv überrascht war.

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Re: Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

Beitragvon Terpsichore » Fr Sep 20, 2013 10:43 am

Das kommt ganz darauf an was die meinungsverschiedenheit und den ruecktritt bewirkt hatte...
Ich hatte bisher immer den eindruck dass speziell stage in anderen laendern als dem eigenen mehr geld scheffeln wollte als sonstwas... Wenn das jetzt alles in deutscher leitung ist, she ich doch nen kleinen lichtblick FALLS sie alles ein wenig verbessern...

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Re: Wechsel in der Hamburger Stage-Chefetage

Beitragvon mortifer » Fr Sep 20, 2013 2:07 pm

hab grad das hier gefunden... halte ich ja eher für fantasie als fakten...

Kommentar zum Stage-Führungswechsel

Das kam gestern mehr als überraschend: Johannes Mock-O'Hara tritt mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer des deutschen Musicalmarktführers Stage Entertainment zurück. Seinen Job übernimmt Uschi Neuss, die bislang den Betrieb der elf deutschen Stage-Theater verantwortete.

„Johannes Mock-O’Hara hat die deutsche Gruppe in den vergangenen Jahren nachhaltig und gewinnbringend geleitet, auch unter ökonomisch schwierigen Rahmenbedingungen. Mit Blick auf die kommenden Jahre bestehen zwischen dem Board und Johannes Mock-O'Hara grundsätzlich unterschiedliche Sichtweisen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens sowie die dafür erforderlichen Schritte und zeitlichen Rahmenbedingungen. In harmonischem Einvernehmen haben wir daher die Entscheidung über die Trennung und die Übertragung der Geschäftsführungsfunktion auf Uschi Neuss, bislang Director Theater Operations, getroffen“, begründet Peter O’Keeffe, seit sieben Wochen Vorsitzender des Vorstands von Stage Entertainment International in Amsterdam, die Entscheidung.

Dass sich die Stage „im Einvernehmen“ ganz plötzlich von Geschäftsführern und anderen ranghohen Mitarbeitern trennt, ist mittlerweile ein alter Hut. Schon der Vertrag von Maik Klokow, der die Geschicke der deutschen Stage von 2000 bis 2005 und dann noch einmal von 2007 bis 2008 leitete, wurde im Januar 2008 „im Einvernehmen“ aufgelöst. Die Entscheidung kam damals plötzlich - genauso wie jetzt bei Mock-O'Hara. Und auch Christian Struppeck, mittlerweile Musicalintendant der Vereinigten Bühnen Wien, musste im November 2007 seinen Posten als Künstlerischer Leiter bei Stage Entertainment überraschend räumen. Offiziell hieß es „aus gesundheitlichen Gründen“. Der wahre Grund waren künstlerische Differenzen im Vorfeld der Uraufführung des Musicals "Ich war noch niemals in New York".

Auf Struppeck folgte zwei Monate später Klokow. Die Beteiligten sprachen von einer „einvernehmlichen Trennung“. Für anderthalb Jahre, zwischen 2005 und 2007, war da noch Jan-Pelgrom de Haas. So schnell wie er kam, weil Klokow nach Amsterdam in den Vorstand berufen wurde, verschwand er auch wieder. Der Grund? Ja, man kann es sich denken, de Haas und die Stage hatten sich „aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens einvernehmlich dazu verständigt, getrennte Wege zu gehen“, teilte der Branchenprimus im Februar 2007 mit. Nun ist es also Johannes Mock-O'Hara, der „im Einvernehmen“, nein, „im harmonischen Einvernehmen“ gegangen ist, weil „unterschiedliche Sichtweisen über die strategische Ausrichtung des Unternehmens bestehen“.

Auf Mock-O'Hara folgt Uschi Neuss, mit der sich die Stage rühmt, weil „mit ihrer Ernennung gleichzeitig die Anzahl weiblicher Ländergeschäftsführer bei Stage Entertainment auf vier steigt und das Senior Management bei Stage damit eine ausgeglichene Geschlechterverteilung ausweist.“ Prima. Immerhin atmet Neuss die Stage-Luft schon seit dem Deutschlandstart des Unternehmens im Jahr 2000. Doch was, wenn ihr irgendwann die Luft ausgeht und sie mal anderer Ansicht ist als die mächtigen Mitglieder des "Board of Directors" in Amsterdam? Keine Frage, dann sprechen entweder „gesundheitliche Gründe“ für eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder aber die Trennung erfolgt im „harmonischen Einvernehmen“ - einen kumpelhaften Schulterklopfer vom Boss aus Amsterdam vielleicht sogar inklusive. Zunächst aber mal verkauft man den Führungswechsel mit einer ausgeglichenen Geschlechterverteilung. Klar, das zieht. Auch in den Medien. Frauenquote und so. Ein beliebtes Thema - nicht nur kurz vor der Bundestagswahl.

Doch was steckt wirklich hinter dem Blitzabgang von Johannes Mock-O'Hara? Das überraschende Ausscheiden liefert Anlass zu Spekulationen. Fakt ist, dass es dem Unternehmen wirtschaftlich zwar noch blendend geht, das Geschäftsjahr 2011/2012 aber unter dem Niveau des Vorjahres liegt. Im Geschäftsbericht von Stage Entertainment heißt es, dass die Umsatzerlöse in Höhe von rund 290 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr aufgrund gesunkener Besucherzahlen um rund 10 Millionen Euro gesunken sind. Weiter heißt es, dass "Der König der Löwen" den Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern konnte, der Hamburger Standort aber aufgrund produktzyklusbedingter Umsatzrückgänge bei "Tarzan" und den unter den Erwartungen liegenden Umsätzen von "Sister Act" die Vorjahresumsätze verfehlt hat. Gleiches gilt für den ebenfalls traditionell starken Stuttgarter Standort, der aufgrund der unter den Erwartungen liegenden Umsätze von "Rebecca" und "Ich war noch niemals in New York" ebenfalls nicht das Umsatzniveau des Vorjahres erreichen konnte. Im Gegensatz dazu hat der Berliner Standort die Umsätze insgesamt aufgrund der positiven Entwicklung von "Hinterm Horizont" und der erfolgreichen Wiederaufnahme von "Tanz der Vampire" steigern können. Der 2011/2012 erwirtschaftete Jahresüberschuss beträgt rund 7,4 Millionen Euro und liegt damit nur knapp über dem Vorjahresergebnis von rund 7,3 Millionen Euro. Da verwundert der Sparkurs nicht, der auch im Jahresbericht Erwähnung findet und dazu führte, dass etliche Mitarbeiter zu schlechteren Arbeitsbedingungen in Fremdfirmen ausgegliedert wurden.

Doch sagen diese Zahlen wirklich etwas aus? Teilweise. Ablesen lässt sich aus dem Jahresbericht zumindest, dass die Umsätze der Musicals "Rebecca", "Ich war noch niemals in New York", "Tarzan" und "Sister Act" hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Auch der Gewinn konnte nur minimal gesteigert werden. Das sind Dinge, die ein Geschäftsführer zu verantworten hat und die den Vorstand in Amsterdam nicht wirklich erfreuen dürften. Mit einem Blick auf den aktuellen Spielplan fällt zudem eine Stagnation auf. Lange angekündigte Eigenproduktionen wie "Die unendliche Geschichte" oder die Uraufführung eines nicht weiter bekannten Stücks am Standort Stuttgart lassen noch genauso auf sich warten wie die bereits für Deutschland angekündigten Musicals "Zorro" und "Ghost". Stattdessen setzt das Musicalunternehmen mit "War Horse" unter dem deutschen Titel "Gefährten" künftig auf Sprechtheater. Doch der Vorverkauf scheint eher schleppend zu laufen, denn die ursprünglich für März 2013 geplante Premiere wurde ohne Angabe von Gründen fast klangheimlich auf Oktober 2013 verschoben. So konnte immerhin "Tanz der Vampire" ein halbes Jahr länger - allerdings oft vor leeren Rängen - im Berliner Theater des Westens gezeigt werden.

Mittlerweile werden die Musicals innerhalb der deutschen Stage-Theater nur noch herumgereicht, es kommt nichts Neues - mal abgesehen von einem neuen Theater, das die Stage zurzeit im Hamburger Hafen baut. Aber welche Produktion will man dort aufführen? Zur Rettung wird im Dezember 2013 zunächst mal Andrew Lloyd Webbers "Phantom der Oper" in der Neuen Flora Hamburg aufgewärmt - mit höheren Eintrittspreisen, aber kleinerem Orchester als 2001.

Das Unternehmen befindet sich sowohl auf kreativer wie auch auf wirtschaftlicher Ebene im Stillstand. Vielleicht war dies der Grund, warum man sich von Johannes Mock-O'Hara getrennt hat, der auch gern mehrere Millionen Euro in eine Seilbahn über die Elbe investiert und das Unternehmen damit noch weiter vom Schwerpunkt Musical entfernt hätte. Vielleicht hatte Mock-O'Hara aber auch einfach keine Chance, Stage Entertainment voranzubringen, weil ihm von den Niederländern alles vorgegeben wurde.

In Amsterdam selbst sieht es nicht anders aus als in Hamburg. Dort musste Erwin van Lambaart zum 1. Mai 2012 die Segel streichen. Die offizielle Begründung lautete, er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Später stellte sich heraus, dass er gehen musste, weil van den Ende mit den Verkaufszahlen nicht zufrieden war. Es ist auch mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass van den Ende in seiner Arbeit sehr leidenschaftlich sein soll, seine Unternehmensstruktur es aber nicht zulässt, dass man ihn kritisiert. Er hat das Unternehmen gegründet, er gibt das Geld, er hat das Sagen. Er ist quasi der Puppenspieler, der im Hintergrund die Strippen seiner als Landesgeschäftsführer fungierenden Marionetten zieht. Und wenn sich eine dieser Marionetten verhakt, wird kurzerhand die Strippe gekappt. Wer muckt, der fliegt. So einfach ist das bei Stage Entertainment.
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