Showbericht: "Der Schuh des Manitu" Tecklenburg

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Kaddy
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Showbericht: "Der Schuh des Manitu" Tecklenburg

Beitragvon Kaddy » Mo Jul 01, 2013 11:52 am

Der Schuh des Manitu – Freilichtbühne Tecklenburg
Sonntag, 30. Juni um 19:00

Besetzung:
•Abahachi - Häuptling der Apachen: Werner Bauer
•Winnetouch - sein Zwillingsbruder: André Haedicke
•Ranger - Abahachis bester Freund: Alexander Klaws
•Uschi - Barsängerin: Femke Soetenga
•Santa Maria - Boss einer Banditentruppe: Reinhard Brussmann
•Hombre: Julian Looman
•Dimitri - griechischer Tavernenwirt: Thomas Hohler
•Listiger Lurch - Schoschonen-Häuptling: Eric Minsk
•Falscher Hase - sein Sohn: Sebastian Brandmeir
•Karl May: Kristian Gajaszek
•Die Mitglieder einer Bande hart gesottener, verwegener Burschen:
Jan Altenbockum - Hakan T. Aslan - Alexander Bellinkx -
Sebastian Brandmeir - Marius Hatt - Andrew Hill
Stefan Lehmann - Siegmar Tonk
•Indianerinnen - Saloongirls - Gäste einer Taverne und veles andere mehr:
Sophie Blümel - Milena Hagedorn - Anke Merz - Marthe Römer -
Silja Schenk - Stéphanie Signer - Céline Vogt - Elena Zvirbulis

Ich weiß grade gar nicht so genau, wo ich anfangen soll, also fang’ ich einfach irgendwo an ^^ :
Ich kannte vom dem Stück zuvor die Story aus dem Film und ein paar Ausschnitte aus der Berliner Show sowie die Trailer aus Berlin und Tecklenburg.
Einige Namen aus der Besetzungsliste sagten mir auch schon was, beispielsweise Alexander Klaws, Werner Bauer, Femke Soetenga oder Eric Minsk. Ich denke, mit denen werde ich jetzt auch anfangen.

Alexander Klaws konnte ich mir in der Rolle des Ranger eigentlich schon vorher richtig gut vorstellen. Wann immer er anfing zu singen, fiel es mir nicht schwer, mir Mark Seibert in der Rolle vorzustellen. Besonders bei „Wieder Mal am Marterpfahl“, das ich schon von Mark kenne, klingen die beiden sehr ähnlich. Außerdem passte er richtig gut an die Seite von Femke.
Den Namen Werner Bauer kenne ich nur von alten Tanz der Vampire- Castlisten als Professor Abronsius. Bei seinem Schnarchen am Marterpfahl hätte es mich auch nicht gewundert, wenn plötzlich jemand im Hintergrund „Folg’ mir nach, vertrau’ der Nacht“ gesungen hätte. Besonders aufgefallen ist er mir in einer Szene, in der sich Uschi und Ranger, sowie Hombre und Winnetouch wieder treffen. Alle fallen sich in die Arme, nur der arme Abahachi bleibt alleine zurück.
Als ich gelesen habe, dass Femke Soetenga Uschi spielen würde, konnte ich mir das zuerst gar nicht vorstellen. Aber live auf der Bühne dauerte es nicht lange und ich hatte meine Meinung vollständig geändert. Schöne, kraftvolle Stimme, die Uschi einfach in allen Punkten entsprach. Besonders in dem Lied, in dem sie Abahachi erklärt, dass sie nicht mit ihm mitkommen kann, hatte ich richtige Gänsehaut. Wunderschön! :anschmacht:
Auf Eric Minsk habe ich mich ganz besonders gefreut. Den kenne ich eigentlich nur von den „Dracula“- Videos auf YouTube. Als Schoschonen-Häuptling machte er sich einfach richtig gut. Nicht nur, dass seine doch recht einkäntige Stimme sehr zum Listigen Lurch passte, auch seine gesamte Gestik war einfach goldwert (besonders nachdem sie den „Echten Hasen“ tot aufgefunden haben, aber das kann ich einfach nicht erklären, das muss man gesehen haben).
Das waren also die mir bekannten Darsteller. Von den für mich neuen Darstellern werden mir wohl besonders André Haedicke, Julian Looman, Sebastian Brandmeir und Thomas Hohler im Gedächtnis bleiben.
André Haedicke ist das absolute Gegenteil zu Veit Schäfermeier in der Rolle des Winnetouch. Klein und knuddelig kommt er einem ein bisschen wie ein pinker Flummi vor, der, wann immer er auftritt, für richtig gute Laune sorgt. Die geballte Ladung gute Laune wird dann im Laufe des Stücks durch Julian Looman als Hombre noch vervollständigt. Das ist so ein süßes Pärchen :love: Die beiden haben mir mit Abstand am besten gefallen gestern Abend!
Zu Sebastian Brandmeir sei vor allem gesagt, dass er gesanglich absolut genial ist. Dafür, dass Falscher Hase nur kurz im Stück vorkommt (was er selber ja auch am meisten bedauert), macht er in der kurzen Phase wirklich auf sich aufmerksam.
Und zuletzt Thomas Hohler: Er sprüht auch vor guter Laune und hat diesen griechischen Akzent wirklich ziemlich gut drauf. Die Interaktion mit dem Publikum wirkte, als ob er nie etwas anderes macht, als mit wildfremden Menschen über die Bande von Santa Maria zu sprechen :D

Die ganze Story jetzt haarklein auseinander zu nehmen, halte ich für überflüssig, da ich annehmen, dass die Allermeisten den Film zum Musical kennen.
Aber ein paar Dinge muss ich schon sagen.
Zum Beispiel die Gangnam-Syle Einlage von Grauer Star. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das im Theater des Westens noch nicht im Stück war. Aber genial war’s trotzdem.
Dann gab es auf der Bühne einen erhöhten Teil und bei der Prügelei mit Santa Marias Männern ist Ranger da hoch geklettert und hat sich da geprügelt. Ich hab’ bloß gedacht: „Hoffentlich fallen die da nicht runter“ und in dem Moment passierte es aber auch schon. Erst hab’ ich mich total erschrocken und dann bemerkt, dass das geplant war. Also Fazit: Wer Tarzan spielen kann, der kann auch realistisch von der Bühne fallen.
Apropros Tarzan: Bei einer ihrer vielen Streitereien warf Abahachi Ranger an den Kopf, dass er „Tarzan für Arme“ wäre… Dem lachenden Publikum nach zu Urteilen gab’s doch Einige, die das als Insider verstanden haben, so wie ich.

Der Bericht ist jetzt schon lang genug, aber eines muss ich noch sagen:
Die Badewannen-Szene von Hombre und Winnetouch. In dem Moment, in dem Winnetouch nur mit einem pinken Lendenschurz bekleidet aus dieser Wanne gestiegen ist, habe ich alle Mühe gebraucht, mir NICHT Veit Schäfermeier in dieser… nennen wir’s mal „Bekleidung“ vorzustellen. Ansonsten hätte mir Veit wohl, wenn überhaupt, dann nur wenig besser gefallen können, als André.

Ein paar allgemeine Fazits zum Schluss:
Eric Minsk ist live genauso toll, wenn nicht besser, als auf Videos.
Femke hat mir eindeutig bewiesen, dass sie mehr kann, als ich ihr zugetraut hatte.
Die Umsetzung von Film zur Bühne ist richtig genial gelungen, ich hatte keinen Moment, in dem ich mich gelangweilt habe. Auch wenn einige Parts doch ganz anders waren, als man sie aus dem Film kennt.
Die Freilichtbühne Tecklenburg wird mich mit Sicherheit noch mal wiedersehen.
Und
„Der Schuh des Manitu“ – Das Musical hat gestern mit mir einen neuen Fan gewonnen. Absolut empfehlens- und sehenswert!

Danke für’s lesen.
Bei Fragen, fragt einfach :D
Kaddy
"Wij drinken bloed en hebben geen moraal
Van de grootste hel zijn wij het voortportaal!"
(Dans der Vampieren)

"Grease is the way we are feeling"
"Rock'n'Roll will always be"
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Mephista
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Re: Showbericht: "Der Schuh des Manitu" Tecklenburg

Beitragvon Mephista » Mo Jul 01, 2013 1:45 pm

Ah, ein schöner Bericht!
Und die letzte Frage aus der letzten PM an dich hat sich somit auch erklährt^^'
Hört sich wirklich nach einem wirklich schönen Musical an! :)
Danke, dass du uns hast teilhaben lassen an deinen Eindrücken!

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Tika
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Registriert: Mo Feb 25, 2013 9:23 pm

Re: Showbericht: "Der Schuh des Manitu" Tecklenburg

Beitragvon Tika » So Aug 11, 2013 2:38 pm

Ich habs dann jetzt gestern Abend auch gesehen und geb mal meine 10 Punkte dazu. ;) Ich kannte natürlich den Film, den ich sehr mag, aber sonst vorher nur die Musik, und die fand ich nicht so besonders, aber Tecklenburg ist ja ein Garant für einen schönen Abend, da kann mans dann mal riskieren. Wetter war übrigens perfekt, gerade richtig für eine Freilichtbühne.

1. Alexander Klaws macht einen richtig guten Job. Schöne, angenehme Stimme, problemlos gesungen, er hat komisches Talent und ein sehr gutes Timing. Dazu noch sehr beeindruckend umgeschwenkt auf glaubhafte Verzweiflung in Abahatchis "Todesszene". Ich geb ja zu, ich hatte ihn noch nie live gesehen, und ich hatte Vorurteile, aber ich lasse mich immer gerne eines Besseren belehren. :)

2. Ich mag Reinhold Brussmann. Er ist ein großartiger Sänger, ein toller Schauspieler und er hat Bühnenpräsens. Auch diesmal macht er, was nur geht, nämlich einen richtig guten Job. Aber leider hat er einfach keine Chance, gegen ein Vorbild wie Sky DuMont anzukommen. Sorry. Ich kanns nicht ändern, darum möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Herrn Brussmann dafür entschuldigen.

3. Erik Minsk. Genug gesagt. Der Name reicht. Der Mann ist einfach eine Klasse für sich.

4. Der Rest der Hauptrollen war auch richtig gut (gleiche Besetzung wie Kaddy). Bei Winnitouch wäre mehr gegangen, finde ich, er war mir nicht "extrem" genug. Trotzdem, tolle Leistung von allen. Femke Soetenga war auch als Person besser als als "DIE Uschi", aber da die Person den wichtigren Teil der Rolle darstellt, war das schon in Ordnung so.

5. Wie immer bewundere ich Tecklenburg für ihre großartige Statisterie, die die Szenerie immer bereichert und nie herumsteht, als wüßten sie nicht, was sie tun. Und ihr Tanzensemble war natürlich auch wieder große Klasse.

6. Orchester, Klang und Tonabmischung waren wie immer makellos. Kann man bei einer open air-Aufführung gar nicht oft genug sagen. Das Mikro von Julian Looman ist bei "Oh Mann, das Leben ist schön" ausgefallen, aber das wurde mit Handmikro gelöst und elegant eingebaut. War lustig.

7. Der "Super Perforator Song" bricht im Vergleich zu den anderen Musiknummern der Show komplett ein. Er hat halt nur diesen einen Refrain, der ständig wiederholt wird, dadurch wird er noch repetitiver als "Ich trinke Ouzo" und besonders lustig oder schmissig ist er auch nicht. Im Film ist er toll, aber in der Show wäre kürzer mehr gewesen.
"It's a Lebkuchenherz" wurde in der Show erst gar nicht gesungen, was mich sehr überrascht hat, das war dann halt die Zugabe. Auch gut.

8. Alle Beteiligten müssen sehr fit sein. In Tecklenburg um den langen und stark ansteigenden Zuschauerraum zu rennen ist nicht gerade wenig anstrengend.

9. Immer, wenn man "Ich trinke Ouzo" grade wieder aus dem Kopf hat, stimmen sie es schon wieder an. Ähnliche Ohrwurmqualitäten hat nur noch "Schoschonen wohnen so schön", aber da das vor allem so ähnlich klingt wie "There's no buiseness like Showbuiseness", habe ich jetzt halt "There's no buisesses...." als Ohrwurm.

10. Tecklenburg ist die je drei Stunden Fahrt hin und zurück immer wieder wert.

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